Herausforderung am Klausenpass

Auf dem Velo von Altdorf nach Glarus

Kategorien: Velofahren, Zentralschweiz, Ostschweiz, Berge

Bei tief hängenden Wolken sollte man die Fahrt über den Klausenpass gar nicht erst wagen. Denn von Altdorf aus führt dann der Weg über 22 km und 1500 Höhenmeterdifferenz auf den Klausenpass mitten ins feuchtkalte Gewölk.

Die Passstrasse bietet sonst leichte bis mittelschwere Steigungen, die man problemlos in 2.75 Stunden meistern kann. Sportler werden den Anstieg wohl in der Hälfte der Zeit bewältigen. Ab Unterschächen verengt sich die Passstrasse und führt an einigen Stellen nahe am Abgrund vorbei. Auch wenn die Strasse durch Geländer gesichert ist, wird der Weg für Menschen mit Höhenangst wohl schwierig zu bewältigen sein. In etwa 1.5 Stunden gelangt man vom Pass runter bis nach Glarus. Dazwischen liegt mit dem Urnerboden ein etwas flacherer Abschnitt, der ein wenig mehr Pedaleinsatz verlangt. Die Zeiten sind ein wenig unsicher, da am Tag der Fahrt ein dichter Nebel mit Nieselregen vorherrschte. Leider hat sich auch der Genuss der landschaftlichen Schönheiten dadurch in Grenzen gehalten. Man konnte aber durchaus erahnen, dass die Strasse an steilen Stellen entlang führt, die bei schönem Wetter ein grosses Aussichtserlebnis böten...

Ob Willhelm Tell tatsächlich existierte? Die Protagonisten der Geschichte sind aber in einigen Denkmälern an der Strecke abgebildet. So führt der Weg entlang der Nationalen Fahrradroute 4 durch Altdorf direkt am Tell-Denkmal vorbei:

Tell Denkmal Altdorf

Bis Bürglen, von dem man hier die Dorfkirche sieht, befährt man dicht befahrene Hauptstrassen.

Kirche Bürglen

In Bürglen befindet sich die Strasse mitten im interessanten Dorf:

Bürglen

Eine Stunde nach Fahrtbeginn ist man aber eher alleine unterwegs. Dann führen einige Serpentinen die Strasse vom Talgrund weg:

Springen - Blick hinunter ins Schächtental

Ein Blick auf das Schächental und die wolkenverhangen Berghänge lässt Schlimmes erahnen:

Springen - Blick Richtung Klausenpass

Nach einer kurzen Abfahrt befindet man sich in Unterschächen, wo sich am Dorfende die Passstrasse verengt:

Klausen Passstrasse

Nach mehreren Serpentinen kann man diese Aussicht auf Unterschächen geniessen, das sich schon hunderte Meter unterhalb der Passstrasse befindet:

Nun liegt plötzlich eine Nebelwand vor den Fahrern:

Nebelwand am Klausenpass

Vielleicht ist es von Vorteil, den Abgrund nicht wirklich sehen zu können:

Engstellen am Klausenpass

Nach einer Stunde im Nebel wurde das Hotel Passhöhe erreicht...

Hotel Passhöhe Klausenpass

...doch der eigentliche Pass liegt noch einige Fahrtminuten weiter oben. Hier sieht man die eher eingeschränkte Sicht am deutlichsten:

Klausenpass

Bei der kurvenreichen Abfahrt kreuzten Kühe einer Sömmerung den Weg. Zudem muss ständig mit einzelnem Vieh gerechnet werden, das auf dem Weg steht, da einige Wiesen offen sind:

Sömmerung

Die erste Alp direkt nach dem Klausenpass befindet sich immer noch auf dem Boden des Kantons Uri...

Alp beim Klausenpass

...zu dem auch der Urnerboden gehört, eine kleine Exklave, die im Winter vom Kanton Uri abgeschnitten ist und erst seit 1877 ganzjährig bewohnt wird. In der früheren, reinen Sommeralp wurde erst 1899 eine eigene Schule errichtet und 1912 eine Kirche. Da das Dorf heute aber nur noch 40 Einwohner zählt, wurde die Schule wieder geschlossen.

Kirche auf dem Urner Boden

Nach dem Urnerboden folgt eine weitere kurvenreiche und mittelsteile Abfahrt bis nach Linthtal im Kanton Glarus:

Glarus-Süd

Ab Linthal kann man gemütlich der Hauptstrasse bis Glarus folgen, die ein angenehmes Gefälle bietet. Oder man befährt den offiziellen Fahrradweg, der teilweise auf Schottertrassen ein wenig kurvenreicher ans Ziel führt. Geübte Sportler können in Glarus gleich noch den Pragelpass anknüpfen, der nach Schwyz führt.

Die Strecke von Altdorf nach Glarus im Detail. Sobald der markierte Weg nicht mehr über den Klausenpass und Linthal führt, ist damit zu rechnen, dass der Pass geschlossen ist:


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